Marathonmentor 2002
Lustige Schleicher 2003
Borbecker-Raketen 2005
Ruhrrunner 2006
Edeka Zurheide 2007
Edeka Bienemann 2011
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So fing alles an.
An einem Sonntag im August 1996 bekam ich Besuch von einer Bekannten, die mir von einem Lauftreff im Schlosspark Essen-Borbeck erzählte. Sie berichtete mir, dass sich jeden Sonntagmorgen Freizeitläufer vom TUS 8410 treffen und dabei viel Spaß hätten. Sie versuchte mich zu überzeugen auch einmal mitzukommen.
Es dauerte allerdings ganze 2 Jahre, bis ich mich dazu entschied dort hinzugehen. Ich traf an diesem Tag über 30 Freizeitläufer aus verschiedenen Altersklassen an.
Wir fingen mit einer 2 km langen Aufwärmrunde an. Nach den darauf folgenden Dehnübungen ging es dann weiter, wir fingen an zu joggen. Da ich zum ersten Mal dabei war, fiel es mir sehr schwer.
Nach einem Kilometer traute ich meinen Augen nicht: ich wurde von einem 60. jährigen Mann überholt!
Ich versuchte mit den Läufern mitzuhalten, was mir allerdings nicht gelang. Der innere Schweinehund war stärker! Es war sehr frustrierend, da ich ein schlechter Verlierer bin. Also entschloss ich mich dazu, von nun an jeden Sonntag im Schlosspark zu trainieren.
Nach dem dritten Sonntagstraining sprach mich meine Laufkollegin Birgit an, ob ich nicht an dem Ruhrauenlauf (5 km) teilnehmen möchte. Ich sagte "ja", obwohl ich gerade erst mit dem Laufen angefangen hatte.
14 Tage später (29.08.1998) war es dann soweit, ich lief meinen ersten 5 km-Lauf. Da ich keinerlei Erfahrung hatte, lief ich viel zu schnell los. Nach ca. 1 km viel es mir immer schwerer, weil Günter (mein innerer Schweinehund) mir sagte: Was machst du eigentlich hier? Du könntest jetzt mit einer Tüte Chips gemütlich auf dem Sofa sitzen! Ich dachte mir: Günter, lass mich in Ruhe!!! Ich lief also weiter und wurde immer schneller. Ich hatte meinen inneren Schweinehund besiegt.
Als ich nach 24 Min und 24 Sek ins Ziel kam, wurde mir ganz komisch. Ich setzte mich neben dem Verpflegungsstand an einen Baum. Da ich zu schnell gelaufen bin, hatte ich jetzt Kreislaufprobleme. Nach einigen Minuten ging es mir dann besser.
Von da an trainierte ich regelmäßig jeden Sonntag und steigerte mich von Woche zu Woche. Ein paar Monate später fragte mich wieder meine Laufkollegin Birgit, ob ich nicht den TUSEM-Marathon am Baldeney-See laufen möchte. Ich schaute sie mit großen Augen an und fragte sie: Wie weit ist das denn? Sie sagte: 42,195 km! Da musste ich mich erst einmal hinsetzen.
Im Internet informierte ich mich über Marathon-Trainingspläne und konnte nicht glauben, wie viele Kilometer man im Training absolvieren muss. Ich suchte mir verschiedene Tipps und Anregungen und erstellte meinen eigenen Trainingsplan. Mein Ziel war es in 6 Monaten fit für einen Marathon zu sein. Ich konnte Birgit und den Sohn einer Nachbarin überzeugen, mit mir zu trainieren. Meine langen Läufe absolvierte ich sonntags morgens am Baldeney-See.
Am 13.10.2002 war es dann endlich soweit: Ich lief meinen ersten Marathon. Kurz vor dem Start war ich so aufgeregt, dass ich Kreislaufprobleme und bat um eine Blutdruck-Messung. Der Blutdruck war in Ordnung, es war lediglich die Aufregung. Pünktlich zum Start ging es mir wieder besser.
Ich stellte mich an der Start-Linie auf und konnte kaum glauben, dass ich gleich mit so vielen Menschen einen Marathon laufen werde. Kurz darauf ertönte der Startschuss. Es gab kein Zurück, ich war mitten im Wettkampf. So lief ich langsam los und wurde immer schneller. Tausende Zuschauer jubelten mir zu.
Als ich 19 km hinter mir hatte, merkte ich ein leichtes Ziehen in den Waden. Ich erinnerte mich an einen Bericht aus dem Internet, dass man eventuell bei einem Marathon nach 30 km Wadenkrämpfe bekommen könnte. Ich ließ mich nicht beirren und lief immer weiter.
Nach 29 km merkte ich ein Stechen in der Wade, welches immer schlimmer wurde. Ich wurde immer langsamer. Plötzlich bekam ich nach 32 Kilometern einen Wadenkrampf. Ich hielt erst einmal am Streckenrand an und versuchte mich zu dehnen. Dann wurde es etwas besser, so dass ich nach 5 Minuten langsam weiter lief. Jetzt hatte ich nur noch ein leichtes Stechen in der Wade.
Nach 38 Kilometern bekam ich dann in beiden Beinen Krämpfe. Ich setzte mich am Streckenrand hin. Da hielt plötzlich ein Läufer an und fragte, ob er mir helfen könnte. Ich sagte nein, ich versuche erst einmal selbst und wünschte ihm noch einen tollen Lauf.
Ich stand langsam auf und ging 500 m zu Fuß weiter. Danach joggte ich langsam weiter und es lief auf einmal immer besser. Ich wurde immer schneller. Die Zuschauer riefen bei km 41,5: Beeil´ dich, gib Gas, dann schaffst du es unter 4 Stunden. Ich dachte nur, die sind alle verrückt. Sie wussten ja gar nicht, was ich bis hierhin erlebt hatte.
Als ich endlich nach 4:01:03 Std. im Ziel ankam, bekam ich in beiden Beinen so starke Wadenkrämpfe, dass ich mich am Bauzaun festhalten musste. Ich holte meine Medaille ab und war glücklich. Danach ging ich zum Sanitäter-Zelt und ließ mich erstmal massieren.
Als ich zu Hause ankam, duschte ich, zog mein T-Shirt an, hing mir meine Medaille um und ging damit schlafen. Ich war total erschöpft. Am nächsten Tag wurde mir erst mal bewusst, was ich da geschafft hatte. Ich brauchte jedoch noch eine Woche bis ich mich erholt hatte.
Nun überlegte ich, warum ich beim Marathon so starke Wadenkrämpfe bekommen hatte. Ich hatte doch ausreichend trainiert. Ich ging meinen Trainingsplan durch und stellte fest, dass die Ruhephase vor dem Marathon zu kurz war. Außerdem bin ich den Marathon zu schnell angegangen. So erarbeitete ich mir einen neuen Trainingsplan und fand den Entschluss, mich für einen 2. Marathon anzumelden.
Ich entschied mich für den 20. Rhein-Ruhr-Marathon am 01.06.2003, den ich in 3:59:00 schaffte. Im Gegensatz zu meinem ersten Marathon ging es mir danach richtig gut. Anschließend trainierte ich nach einer kleinen Ruhephase weiter.
Eines Tages bekam ich dann bei meinem Arbeitgeber (Karstadt Essen-Borbeck) einen Anruf von dem Veranstalter des Karstadt Ruhr-Marathons. Man sagte mir, es werde der 1. Essener Marathonmentor gesucht. Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, dieses Amt auszuüben. Da musste ich erst einmal fragen: Was ist eigentlich ein Marathonmentor? Da erklärte man mir, dass ein Marathonmentor ein Trainer ist, der Läufer auf ihren ersten Marathon vorbereitet. Ich sagte, ich müsse mir das überlegen, da ich ja selbst erst meinen 2. Marathon hinter mir hatte. Nach ca. 5 Wochen entschied ich mich mein Wissen an Andere weiterzugeben, damit sie nicht das Gleiche erleben, wie ich bei meinem 1. Marathon.
Seit diesem Augenblick war der 1. Marathonmentor Essens geboren!
Ich machte einen Aufruf in der Zeitung. "Ehrenamtlicher Marathonmentor sucht Läufer für ihren 1. Marathon."
Fortsetzung siehe "Lustige Schleicher"


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Laufen für den Weltfrieden.
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